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Sommertage Leck zu Hebbel [GPP - Gesellschaft für Philosophische Praxis] || nach oben springen || Startseite der GPP

Die Gesellschaft für Philosophische Praxis GPP lädt ein:


Die philosophischen Sommertage im hohen Norden,
in der Nordsee Akademie Leck,
an der Grenze Dänemarks zwischen den Meeren

Hebbel: einsam, verkannt, genial. Dichter, Dramatiker, Denker


Versuch einer fälligen Rückholung des großen Tragikers aus unverschuldeter Vergessenheit

Dienstag, 13. Juli, bis Sonntag, 18. Juli 2021

Wer mag, reist aber - wie gehabt - bereits am Sonntag, den 11.7., an und verbringt zunächst zwei Urlaubstage mit uns.

Dozent und Gesamtleitung: Dr. Gerd B. Achenbach

Friedrich HebbelFriedrich Hebbel

Die Nordsee Akademie vom Park aus gesehen
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Die Nordsee Akademie vom Park aus gesehen











Wer durch Schleswig-Holstein nach Leck hinauf reist, kommt wohl durch den kleinen Ort Wesselburen, unweit von Heide und Husum gelegen, Geburtsort und Heimat eines der wohl bedeutendsten "Dichter und Denker" der Deutschen - und dies im genauesten Sinn, denn Hebbel war tatsächlich beides, gewissermaßen "in Personalunion".
Nur verkennt man ihn neuerdings mit skurriler Hartnäckigkeit und hat auch noch vergessen, daß man ihn vergessen hat ... Als 2013 zu seinem 200. Geburtstag wenigstens pflichtschuldiges Erinnern fällig gewesen wäre, haben ihm die anderen Jubilare - wie Hebbel 1813 zur Welt gekommen - den Rang abgelaufen: Büchner, Kierkegaard, Verdi, Wagner, dabei hätte zumindest das Wagner-Gedenken ebenso den Blick auf Hebbel lenken müssen: immerhin verdanken wir Hebbel - wie dem Genie Wagners "den Ring" - ein gewaltiges, dreiteiliges Schauspiel über die Nibelungen.
Ich werde in den Tagen in Leck diese beiden Werke zueinander in Beziehung bringen ...

Doch Hebbel ist - was ihn als Dramatiker und Lyriker nicht schmälern soll - vor allem der Autor eines umfangreichen und beispiellosen Tagebuchs, das er seit seinem 22. Lebensjahr gewissenhaft führte - und als Diarist ist er Philosoph, praktischer Philosoph, Nach- und Tiefdenker, einer, der seinesgleichen sucht. Franz Kafka, der es "in einem Zuge" durchgelesen haben will, brachte die Lektüre zu seinem so berühmten Ausruf ... - ich zitiere:

Ich habe Hebbels Tagebücher (an 1800 Seiten) in einem Zuge gelesen, während ich früher immer nur kleine Stückchen herausgebissen hatte ... Ich konnte keine Feder in die Hand nehmen während dieser Tage, denn wenn man so ein Leben überblickt, das sich ohne Lücke wieder und wieder höher türmt, so hoch, daß man es kaum mit seinen Fernrohren erreicht, da kann das Gewissen nicht zur Ruhe kommen. Aber es tut gut, wenn das Gewissen breite Wunden bekommt, denn dadurch wird es empfindlicher für jeden Biß. Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? ... Wir brauchen ... Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, ... ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
Kafka an Oskar Pollak am 27. Januar 1904

Was fällt schon die Verschlafenheit unserer Feuilletons (und Deutschlehrer respektive) ins Gewicht gegen dieses Urteil Franz Kafkas ...?
Übrigens: Von Hebbels Hand haben wir die schönsten, stimmungsvollsten Gedichte, die wir u.a. in Vertonungen Schumanns und Brahms' kennenlernen werden.
Und wir werden Rudolf Noeltes hoch eindrucksvolle Inszenierung der "Maria Magdalena" mit Cordula Trantow als Klara sehen.
Vor allem aber einen Menschen kennenlernen, der von Hegel ebenso viel wie von Schopenhauer gelernt hat, ein Dialektiker, ein Pessimist von außerordentlichen Gnaden.

Selbstverständlich werden wir in diesen Sommertagen einen Ausflug nach Wesselburen unternehmen, um dort das vorzüglich ausgestattete Hebbel-Museum zu besuchen. Dort werden wir von Hargen Thomsen, einem ausgewiesenen Kenner des Werks und des Lebens Hebbels (Thomasen hat zwei beachtliche Bücher zu Hebbel veröffentlicht!), persönlich geführt werden.

Das ausführliche Programm folgt noch.
Wer sich aber schon einmal einen Eindruck von den bisherigen "Sommertagen in Leck" machen möchte, schaue sich doch die Ankündigung der zurückliegenden diesjährigen Tagung an - siehe hier.

 




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