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Leck 2023: Wahrheit des Mythos [GPP - Gesellschaft für Philosophische Praxis] || nach oben springen || Startseite der GPP

Die Gesellschaft für Philosophische Praxis GPP
lädt ein zu den

„Philosophisch-literarischen Sommertagen”
im hohen Norden, in Leck,
an der Grenze Dänemarks
zwischen den Meeren
  

Gegenwärtigkeit und Wahrheit des Mythos


     

Von Dienstag, denn 11. Juli, bis Sonntag, den 16. Juli 2023

      Wer mag, reist bereits am Sonntag, den 9. Juli, an!



Dozent: Dr. Gerd B. Achenbach

Die Akademie vom Park aus gesehen
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Die Akademie vom Park aus gesehen

Vor Jahren verblüffte der von mir besonders geschätzte Philosoph Leszek Kołakowski mit einem Büchlein, das den erstaunlichen Titel mitbekam: „Die Gegenwärtigkeit des Mythos”. Darin enthalten ‒ als die „Angel” gewissermaßen, in der sich seine Überlegungen bewegten ‒ die Großthese:

Das, wovor wir fliehen, ist die Erfahrung der Gleichgültigkeit der Welt, und die Versuche, diese Gleichgültigkeit zu überwinden, bilden den zentralen Sinn des menschlichen Ringens mit dem Schicksal in seiner Alltäglichkeit und in seinen Extremen. ... Nicht das Nichts fürchten wir, sondern die vollendet gleichgültig gewordene Welt.

Eine Welt, die sich für uns nicht interessiert ‒ Ernst Bloch hatte dafür die bildstarke Wendung der „kalten Schulter im Dasein” ... War also dies der Grund, in dem die Mythen gediehen? Und nun sollte er ‒ ein für allemal ‒ ausgetrocknet sein? Im Gegenteil! Welche Welt wäre kälter und abweisender als die „entgötterte” Welt, die „entzaubert” (M. Weber), prosaisch, profan, nichts als ein riesiger Materie-Haufen ist, den kalten Gesetzen der Natur unterworfen, verziert allenfalls mit Zufalls-Zutaten, ein Fakten-Sammelsurium ‒ unterm Strich: „alles, was der Fall ist” und sonst nichts; eine Welt „im Neonlicht der Labore” (Sloterdijk). Die Welt, in der aus dem heiligen Hain Festmeter Holz wurden.(Hegel)

Schon die Romantiker hatten dieses Abrücken einer einstmals lebendigen, „ansprechenden” Welt zum toten Gegenstand wissenschaftlicher Interessen bemerkt und beklagt ‒ Eichendorffs vier Zeilen sind das beredte Zeugnis:

      Schläft ein Lied in allen Dingen,
      Die da träumen fort und fort,
      Und die Welt hebt an zu singen,
      Triffst du nur das Zauberwort.


Inzwischen geistern „Zauberworte” nurmehr durch das Dämmerlicht esoterischer Zirkel ‒ doch auch im Stuhlkreis tönt den Verzückten kein Gesang. Da raunt es nur.

Wiederum gilt ebenso: Die Mächte, die vergessen wurden, werden mächtig erneut in der Deckung, die ihnen die glaubensresistente Ignoranz der „Aufgeklärten” bietet. Ein kurioses Schauspiel: „In den verfallenden Altären nisten sich Dämonen ein” und zurück „bleibt eine Landefläche für Phantome von mehr oder minder großer Überzeugungskraft”. Das schaffe „kritikfreie Zonen für Heilsideen und ihre Manager.” (E. Jünger) Wohin man blickt, sprießen „fixe Ideen als Karikatur der absoluten” (Gehlen) und „Parodien der Transzendenz” (Adorno) schießen ins Kraut.

      Die Gewässer der Religion fluten ab und lassen Sümpfe oder Weiher zurück ...
      Niemals war die Welt mehr Welt, nie ärmer an Liebe und Güte.
(Nietzsche)

Das gelang nur noch Nicolás Gómez Dávila zu überbieten:

      Wenn die religiöse Flut sinkt, breitet sich der Gestank der Seelen aus.

Genug der Zitate. Ich werde einen außerordentlichen Kenner der Materie, den Kieler Philosophen Kurt Hübner (1921-2013) post mortem zur Mitsprache einladen in Gestalt seines vorzüglichen Buches „Die Wahrheit des Mythos”. Das Motto dieses so tiefgründig-subtilen wie gut geschriebenen Werkes hat sich Hübner von Hölderlin ausgeliehen:

      Nah ist
      Und schwer zu fassen der Gott.

In Leck während der diesjährigen „Sommertage im hohen Norden” werden wir einiges sowohl aus Kołakowskis als auch aus Hübners Buch kennenlernen. In Hübners Werk sind es ‒ neben allerlei Grundsätzlichem zum Mythos ‒ die vorzüglichen Kapitel „Friedrich Hölderlins Mythos vom Untergang des Mythos” (mit „Die Wiederkehr des Mythos” darin), sowie „Richard Wagners Mythos vom Untergang des Mythos” mit seinen wirklich großartigen Deutungen sowohl des „Rings” als auch des „Parsifal”, die uns beschäftigen werden.

A propos Wagner: Aufschlüsse über die „Kultur und Religion der Germanen” werden wir uns durch Passagen aus Wilhelm Grönblechs gleichnamigen Werk verschaffen. (Herausgekommen bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft).

Reichlich Stoff also ‒ und doch sollen die „Sommertage im hohen Norden”, in der Nordsee Akademie Leck, auch erholsam und entspannend werden wie gewohnt, mit einem Ausflug wohl nach Dänemark hinauf ‒ oder hinüber nach Föhr oder Sylt? Wir werden sehen ...

Alles Technische/Organisatorische dazu [Kosten, Buchung usw.] sowie das Anmeldeformular finden Sie hier.

 




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