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Freitag, 3. März 2006



„Deus caritas est” - Die erste Enzyklika von Benedikt XVI.



Am 25. Januar wurde die erste Enzyklika des neuen Papstes veröffentlicht: „Gott ist die Liebe”. Ein Text, der nur sehr aufmerksamen Lesern verrät, was er enthält. Und Etliches „enthält” er nur unausdrücklich. So hat Benedikt einen zum Nachdenken anregenden Bogen gespannt, indem er das Dokument am 25. Dez. - also „am Hochfest der Geburt des Herrn” - „zu Rom gegeben”, es aber der Öffentlichkeit am 25. Jan. - am „Festtag der Bekehrung des Apostel Paulus” - übergeben hat ...
Daß ich mir dies Rundschreiben sehr genau angesehen habe, versteht sich von selbst: Kam doch am selben Tag mein Buch über die Liebe in die Buchhandlungen. Und zwischen beiden Texten gibt es die nachdenkenswertesten Überschneidungen. Natürlich auch Differenzen. Also war der Abend eine Art Gespräch ...


Der Text der Enzyklika läßt sich übrigens direkt von der (übrigens hervorragend ausgestatteten) Seite des Vatikans  herunterladen.

Hier der Inhalt der CD:

Track 1: Dem 1. Wort entsprechend kündigt „Deus caritas est ...” eine Enzyklika über Gott an. Es ist ein theologisches Rundschreiben, so wie die erste Enzyklika des Vorgängers Johannes Paul II. (Redemptor hominis) ein christologisches Sendschreiben war.
Track 2: Wer schreibt da? Veränderungen des Selbstverständnis des Papstes. An wen richtet sich das Schreiben? Besonderheiten der Widmung. Was es vor allem bedeutet, daß der Brief „an die Christgläubigen” gerichtet ist.
Track 3: Was es heißt, wenn Benedikt XVI. sich "an die gottgeweihten Personen” wendet.
Track 4: Die Bedeutung der Datierung. Zunächst im Blick auf frühere Enzykliken. Dann hier: Die Enzyklika wird am „Fest der Bekehrung des Apostel Paulus” der Öffentlichkeit übergeben. Gegeben wurde sie „am Hochfest der Geburt des Herrn”.
Track 5: Zur Einführung. Benedikts feiner Wink, womit er auf die problematische Stelle Dtn. 6,4ff verweist. Fragwürdig bereits die Herausstellung des Gottes als dem „einzigen”. Was jene „Einzigkeit” Jahwes ausmacht. Zweifelhaftes Liebesgebot in der alten Bibel.
Track 6: Der Gott des NTs ist also nicht mehr der des ATs. Jahwes Liebe zu seinem Volk ist der Sache nach romantische Verliebtheit. - Benedikt widerspricht der „Vergiftung” des Eros durch die kirchliche Sprödigkeit. Er votiert gegen Einseitigkeit in Liebesdingen. Geist und Leib sind beteiligt, so wird Eros gerettet. Der Papst redet nicht der Welt, er redet der Kirche ins Gewissen. Einigkeit mit Nietzsche: Liebe als Vergeistigung der Sinnlichkeit.
Track 7: Womöglich eine einzige „unsaubere” Stelle in dieser Enzyklika: Alte Religionen mit Beziehung zum Fruchtbarkeitskult werden mit zeitgeistigen Ansichten denunziert.
Track 8: Eine intelligente Verwirrung wird angerichtet: Ungewöhnliche Unterscheidung zwischen Eros und Agape. Votum gegen einseitige Liebesauslegung, die stets zur „Verkümmerung” der Menschen führe.
Track 9: Nochmals ein Rückblick auf den Gott des Volkes und seine Selbstveränderung, bis Gerechtigkeit durchdringt und endlich die christliche Wendung möglich wird.
Track 10-11: Einiges aus dem 2. Teil der Enzyklika. - Benedikts großartige Formel für das „Programm des Christentums”: „das sehende Herz”. Eine moralisch gewichtige Liebesidee.
Track 12: Einiges zur „Magna Charta” der Liebe nach 1. Kor. 13. Und die Kernthese: Liebe wurde zum Gottesnamen. Zuletzt: Ein Hymnus auf die Gottesmutter.

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Und: "Der Katholizismus als politischer und religiöser Sonderweg" - der Abend unmittelbar nach der Wahl von Benedikt XVI. (mit Text!)
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Robert Spaemanns "Gottesbeweis" oder: Vernunft und Glaube oder
"Über Erlösung, Erlöser, Heil, Heiland und ähnliche Begriffe".

Da etliche Teilnehmer an diesem (sehr gut besuchten) Abend den angesprochenen, hochberühmten Text 1. Kor. 13 nicht verläßlich kannten, füge ich ihn hier noch einmal zu Informationszwecken ein - zumal jene Passage, über die im Vortrag selbst die Rede war:

1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüßte und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.
4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
5 Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, läßt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

 




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