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Freitag, der 8. Dezember



„Die Bekenntnisse einer schönen Seele” (Goethe)



In Goethes großem „Meister”-Roman (Wilhelm Meisters Lehrjahre, 6. Buch) findet sich eine selbständige Abhandlung von eigentümlichem Reiz, betitelt: „Die Bekenntnisse einer schönen Seele”. Eine Literatur wie ein Balsam. Und eine Provokation, die sich fugenlos an das Buch Steiners anschließen läßt, sind diese Bekenntnisse außerdem.

Wer den Goethe-Text im Internet nachlesen möchte, findet ihn hier  [1] im "Projekt Gutenberg".

Und um schon einmal ein berühmtes Zitat zur "schönen Seele" zu ihrer Vorstellung einzublenden, hier eine Stelle aus Schillers "Über Anmut und Würde":

„Eine schöne Seele nennt man es, wenn sich das sittliche Gefühl aller Empfindungen des Menschen endlich bis zu dem Grad versichert hat, daß es dem Affekt die Leitung des Willens ohne Scheu überlassen darf und nie Gefahr läuft, mit den Entscheidungen desselben im Widerspruch zu stehen. Daher sind bei einer schönen Seele die einzelnen Handlungen eigentlich nicht sittlich, sondern der ganze Charakter ist es. (...)
In einer schönen Seele ist es also, wo Sinnlichkeit und Vernunft, Pflicht und Neigung harmonieren, und Grazie ist ihr Ausdruck in der Erscheinung. Nur im Dienst einer schönen Seele kann die Natur zugleich Freiheit besitzen und ihre Form bewahren, da sie erstere unter der Herrschaft eines strengen Gemüts, letztere unter der Anarchie der Sinnlichkeit einbüßt."

 


Link-Referenzen:
[1] http://gutenberg.spiegel.de/goethe/meisterl/mstl601.htm