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Das Philosophisch-literarische Neujahrswochenende in Kloster Steinfeld in der Eifel

Peter Handke - Der Außensteher und schauende Künder


Freitagabend, 8. Januar, bis Sonntagmittag, 10. Januar 2021

Dozent: Dr. Gerd B. Achenbach



Bildquelle: Wikipedia.
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Bildquelle: Wikipedia.



Alle Fragen, die mir gestellt wurden, erschienen mir falsch, gestellt von den Falschen, im falschen Ton, im falschen Moment, am folschen Ort. ... Je mehr ... Fragerei um mich herum, desto größer wurde mein Bedürfnis, es möge doch einer kommen mit einer Frage nicht an oder gegen, sondern für mich. Ja, eine richtige Frage stellte ich mir vor als Geschenk!

Peter Handke, Das Spiel vom Fragen


(Bild des Autors - Quelle: Wikipedia, GNU Free Documentation License von "Wild + Team Agentur - UNI Salzburg")


Wenn Thomas Mann einmal bekannte, Schriftsteller sei genau nur der, dem das Schreiben schwerfalle, so trifft diese Selbstkennzeichnung wohl auf das Schreiben keines anderen noch lebenden Schriftstellers in solchem Maße zu, wie auf das Peter Handkes, der seinerseits über die unerbittliche Maxime seiner Autorschaft sagte:

Wenn etwas nicht so zu schreiben ist, dass es nicht mehr besser geht,
dann bleibt es eben ungeschrieben.

So soll uns nun also in der Reihe der Neujahrswochenenden, die traditionell in der Eifel stattfanden und -finden, nach Botho Strauß, Bernhard Schlink, Navid Kermani, Martin Mosebach, Martin Walser und zuletzt Michel Houellebecq im kommenden Januar Peter Handke beschäftigen.

Doch was heißt „beschäftigen” ...? Es ist anderes und Anspruchsvolleres, was ich mir vorgenommen habe. Ulrich Greiner hat in der ZEIT einmal die glückliche Wendung gefunden, beim Lesen dieses Autors lernten wir unsere Erde „wieder kennen, als sei sie neu”. Die unvergleichliche „Ausdruckskraft” Handkes übe eine „wahrhaft zauberische” Wirkung auf den Leser aus:

Nach und nach ... verlangsamt man sich, gewinnt Gehör für die Stille, die Handke immer wieder fordert und findet, schließlich ein Auge für das scheinbar Unscheinbare und Schöne, das uns ›Handwerkern‹ (Hölderlin) zumeist entgeht, immerzu geplagt von den Geschäften des Alltags. Sein Ziel sei das Erzählen als das große Staunen, dass es übergeht ins Singen.

Richtig erwähnt Greiner, Handke stehe in der Tradition der Romantik, und zwar im Sinne des Novalis, der als die berühmte Devise ausgegeben hatte, die Welt müsse „romantisiert werden”. Novalis:

Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn,
  dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn,
    dem Bekannten die Würde des Unbekannten,
      dem Endlichen einen unendlichen Scheine gebe,
        romantisiere ich es.

In solchem Geist werde ich mit dem Werk Handkes - der nicht nur Schriftsteller ist, sondern sich, zumal in seinen Tagebüchern, in wahrhafte Denkexerzitien verliert - bekanntmachen: behutsam, ohne alle „Wut des Verstehens”, die seine Texte nur vergewaltigen könnte, respekt-, ja liebevoll. Ich will ihn „würdigen”, ihn, um den genug Geschrei inszeniert wurde. Um Handkes Texte auf sich wirken zu lassen, ist es nötig, still zu werden. Er ist der Autor leiser Töne.

Die endgültige Auswahl der Texte ist noch nicht entschieden. Möglicherweise werden vorgestellt: Der „Versuch über die Müdigkeit”, das Journal „Das Gewicht der Welt”, das insgeheim (verschwiegen) geführte Gespräch mit Philosophen (und Künstlern), das er unter dem Titel „Die Lehre der Sainte-Victoire” veröffentlichte, auf jeden Fall aber die Erzählung „Wunschloses Unglück”, die er schrieb, nachdem seine Mutter aus dem Leben geschieden war. Ihr ist dieses schmale Werk gewidmet. Das Motto dazu hat sich Peter Handke von Bob Dylan ausgeliehen:

He not busy being born is busy dying.

Alles Nähere zu dieser Veranstaltung demnächst hier. Wer sich über die Umstände im Gästehaus des Klosters Steinfeld schon einmal informieren möchte, werfe einen Blick auf das Programm des vergangenen Neujahrwochenendes - siehe hier.


Blick in den Klosterhof. Foto: Achenbach
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Blick in den Klosterhof. Foto: Achenbach

Der Klosterhof. Foto: Achenbach
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Der Klosterhof. Foto: Achenbach

Zum Kloster Steinfeld:


Das alte Anwesen,
dessen bereits zweite Gründung ins frühe 12. Jahrhundert
zurückweist und dessen barocke Ausgestaltung ins späte 17. Jahrhundert datiert ‒ wie die Aufrichtung des heutigen Hauptgebäudes ‒, beherbergte lange Zeit ein angesehenes Internat, geleitet von den Salvatorianern.
Weithin berühmt sind die Basilika und die ihr zugehörige barocke Orgel, während der großzügig angelegte, weitläufige Park zu Spazierwegen in den Seminarpausen einlädt.
Das Internat wurde vor Jahren geschlossen und das Gebäude, das ehemals die Schüler beherbergte, kernsaniert und von Grund auf neu gestaltet.
Die stilvoll gestalteten Zimmer präsentieren sich im gehobenen Vier-Sterne-Standard. Das Steinfelder Klosterbier steht gut gekühlt in der Minibar und das bequeme Boxspringbett (mit 2,10 m langen Matratzen) bietet höchsten Liegekomfort. Jedes der 26 - 35 m2 großen Zimmer hat seinen eigenen Charme und eröffnet durch die hohen Fenster Ausblicke ins satte Grün des Klostergartens.
Hier  der Link zum Gästehaus.


 




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